Texte aus der Kategorie 'Todesanzeigen'
Der Friedhof der Schmuddelblätter 2008
Ja, es ist spät für einen Jahresrückblick. Doch auch junge Traditionen muss man pflegen. Und so blicken wir noch einmal zurück auf 2008 und schauen, welche Schmuddelblätter im vergangenen Jahr eingestellt worden sind. Interessanter Trend: Der Schlankheitswahn hat auch hier zugeschlagen. Auf Papier kommen Dicke nicht mehr an.
Im Januar 08 starben:





Im Februar starben:




Im März starben:


Im Mai starben:


Im Juni starben:






Im August starben:


Im September starben:





Im Oktober starb:

Zum Friedhof der Schmuddelblätter 2007.
Was sonst noch so eingestellt wurde: die Übersicht bei retromedia.de.
Wette gewonnen
Ich freue mich selten über Magazin-Einstellung und über Insolvenzen noch weniger. Insofern nehme ich mal emotionslos zur Kenntnis, dass ich diese Wette so gut wie gewonnen habe. Das dem Trend glänzend hinterher produzierte Second Life Magazin gibt’s nicht mehr, für den Verlag wurde Insolvenz beantragt.
VIP Click – ein längst totes “People-Magazin”
Einerseits: Sie haben lange durchgehalten. Fast ein Jahr. Das ist nicht so wenig. Andere geben früher auf. Und 50.000 Verkaufte von einem Magazin, das mangels Marketing niemand kennt, ist ja so schlecht auch nicht. Ändert alles nichts an der Tatsache, dass VIP Click offenbar schon seit November nicht mehr erscheint. Wie Kontakter berichtet, wie werben&verkaufen berichtet. Die fehlende Beachtung dieses Magazin-Todes mag allerdings auch Zeugnis ablegen von der Marktbedeutung des Titels.
Andererseits: Ich hatte es ja eh vorhergesehen. (Was jetzt auch nicht sooo schwierig war.)
Lustigerseits: Chefredakteur Andreas Ahlers hat nach eigener Einschätzung im Kontakter eigentlich alles richtig gemacht. Hmmm.
Tschüss, Play Vanilla
Play Vanilla, die Computerspielezeitschrift für Mädchen (Zeitschriftenblog.de berichtete), gibt’s nicht mehr. Zumindest nicht mehr in seiner bisherigen Form, wie wuv.de meldet. Keine Zeitschrift mehr, die alle zwei Monate die heißesten und lustigsten Games für Gamerinnen (und vermutlich auch von Gamerinnen) vorstellte. Jetzt soll es nur noch unregelmäßig monothematische Ausgaben geben, so der Fürther Computec-Verlag.
Wer darüber traurig ist, hebe nun die Hand.
Der Friedhof der Schmuddelblätter
Schmuddelzeitschriften sind out. Das wissen wir alle spätestens, seitdem der Bauer-Verlag sich von der Praline trennte. Also so halb, weil im Internet gehört die Praline ja noch zum Bauer-Verlag. Zwar lebt sie als Zeitschrift immer noch, doch vergleichbar ist ihre Beliebtheit, ja vielleicht sogar ihre Relevanz, mit vergangenen Tagen nicht. Das geht nicht nur der Praline so, auch andere Zeitschriften, die sich auf die Darstellung wenig bekleideter Damen spezialisiert haben, haben an Auflage verloren, ja, viele gibt es sogar nicht mehr.

Nach und nach sterben sie. Bekannte und weniger bekannte. Gute und, äh, lassen wir das.
Welche dieser Zeitschriften es in diesem Jahr erwischt hat, wollen wir hier dokumentieren. Der Friedhof der Schmuddelblätter sozusagen.

Letzte Ausgabe: 09.03.07 Letzte Ausgabe: 09.03.07

Letzte Ausgabe: 15.03.07 Letzte Ausgabe: 22.03.07

Letzte Ausgabe: 13.04.07 Letzte Ausgabe: 14.04.07

Letzte Ausgabe: 20.04.07 Letzte Ausgabe: 11.05.07

Letzte Ausgabe: 18.05.07 Letzte Ausgabe: 25.05.07

Letzte Ausgabe: 06.06.07 Letzte Ausgabe: 08.06.07


Letzte Ausgabe: 06.07.07 Letzte Ausgabe: 08.08.07

Letzte Ausgabe: 28.09.07
Welche Zeitschriften sonst so das Jahr 2007 nicht überlebt haben – retromedia.de.
Richie RICH beim Amtsgericht
Ach je. Ich habe an RICH geglaubt. Das war ein Magazin, wie es selten welche gab. Und doch – nach nur drei Ausgaben hat Verleger Christian Geltenpoth es nicht vermocht, ein tragfähiges Finanzierungskonzept aufzustellen, wie werben & verkaufen gestern melden musste. Nach kolportierten Geschichten über Kündigungen und spät bezahlte Rechnungen habe man demnach nun den Insolvenz-Antrag gestellt.
Und das, wo es in den letzten Wochen doch immer wieder bemühte Erfolgsmeldungen gab. Burda freute sich, für RICH arbeiten zu dürfen, einen Ableger in Österreich sollte es geben. Gerade bei letzter Meldung merkte ich auf.
Es ist ja nun so, dass ein Magazin klassischerweise zwei bis fünf Jahre braucht, um den ersten Euro zu verdienen. Das muss so. Expansionspläne nach der zweiten Ausgabe machen mich immer misstrauisch.
Übrigens ist die dritte nach meiner empirischen Statistik regelmäßig die letzte Ausgabe erfolgloser Magazine. Das ist nämlich der Zeitpunkt, zu dem sich die Rechnungen für die Produktion der ersten beiden Hefte türmen, aber klar wird, dass die Einnahmen vielleicht nicht so üppig sprudeln wie erwartet.
Ausdekoriert
Man sagt Angelika Jahr nicht zu unrecht nach, an ihren Magazinen zu hängen. Sie hat Wohn- und Esszeitschriften einst nach Deutschland gebracht und ganz neue Märkte entwickelt. Decoration war so ein Baby ihrer Verlagsgruppe, an dem sie hing.
Aber heute setzte der Verlag Gruner+Jahr einen Schlussstrich unter das Trauerspiel der Zeitschrift. Nach etlichen Versuchen, die Auflage zu pushen, blieb die Einsicht, dass die Verkaufszahlen nur einen Weg kennen – den nach unten. Auf der Verlags-Website gibt es das Objekt bereits nicht mehr.
Rund 4.000 Abonnenten verlor man in den zurückliegenden zwei Jahren. Zuletzt waren es etwa 7.200. Die Zahl der “harten Verkäufe”, also jener am Kiosk, lagen am Ende im Jahresschnitt bei 10.000 Heften pro Ausgabe. Damit war es Zeit, den edel produzierten Titel einzustellen. Ende August erscheint laut Horizont die letzte Nummer.
Chefredakteur Thomas Niederste-Werbeck, hat sich seinen Fallschirm ja bereits selbst gebastelt. Er wird seine Arbeitskraft dann künftig seiner Eigenentwicklung Dogs! widmen.
Adieu, TV Sudoku
Falls es jemanden interessiert: Das Knallermagazin “TV Sudoku” (das Zeitschriftenblog berichtete) wird an den Gong Verlag verkauft und dann wohl eingestellt.
Sagt der Kontakter.
Wir sagen: Nicht schade drum.
Frühjahrssterben
Nach dem Aus für RUND ist es nun auch mit dem Player vorbei. Vor einem halben Jahr versuchte des der b&d-Verlag mit einer Umpositionierung – weniger Fußball, mehr Männer-Lifestyle. Hat aber wohl auch nicht so geklappt.
Die letzte Ausgabe erscheint am 31. Mai. Player, so der Verlag, passe mit dem General-Interest-Konzept nicht mehr in die Strategie, des Verlages, der sich als Nummer eins im Special-Interest-Markt für Jugend und Funsport sieht. Man wolle die “Kompetenz im Funsport- und Jugend-Lifestyle-Segment erheblich intensivieren”, andere Magazine “optisch wie inhaltlich überarbeiten und noch stärker als bislang an die Zielgruppen anpassen”.
So solle beispielsweise blond, das bei b&d erscheint, mit der 100. Ausgabe “runderneuert in den Markt gehen”. Der “jungen Zielgruppe” wolle man mit “neuen Internet-Angeboten” erreichen.
Für die Player-Mitarbeiter sucht man nun “Lösungen innerhalb des Verlags. Chefredakteur Thomas Friemel geht als Verlagsleiter zur VVA-Gruppe, die seit Oktober 2006 die Mehrheit an b&d hält.
Quelle: kress
Nun offiziell: Das Aus von RUND
Technische Schwierigkeiten? Von wegen. Die zuletzt verschobene Mai-Ausgabe des Fußball-Magazins RUND aus dem Olympia-Verlag, welche zuletzt auch uns im Zeitschriftenblog beschäftigt hatte, erscheint nicht mehr. Dem Mediendienst kress ist zu entnehmen, dass Verlagsleiter Toni Schnell als Grund für das Aus die schlechte Auflagenentwicklung nennt. Zu Kress sagte Schnell, dass man nur 25.000 Exemplare verkauft habe, 50.000 seien die Zielmarke gewesen.
Allerdings könnte es sein, dass es RUND in Zukunft wieder gibt. Denn die Redaktion will das Heft weiterführen und sucht einen neuen Verlagspartner.
Na, zumindest hat man das Versprechen gehalten, erst wieder Anfang nächster Woche etwas zu sagen. Trotzdem schade, dass im Redaktionsblog des Magazins dazu gar nichts zu lesen ist.
