Texte vom Dezember 2007
Der Friedhof der Schmuddelblätter
Schmuddelzeitschriften sind out. Das wissen wir alle spätestens, seitdem der Bauer-Verlag sich von der Praline trennte. Also so halb, weil im Internet gehört die Praline ja noch zum Bauer-Verlag. Zwar lebt sie als Zeitschrift immer noch, doch vergleichbar ist ihre Beliebtheit, ja vielleicht sogar ihre Relevanz, mit vergangenen Tagen nicht. Das geht nicht nur der Praline so, auch andere Zeitschriften, die sich auf die Darstellung wenig bekleideter Damen spezialisiert haben, haben an Auflage verloren, ja, viele gibt es sogar nicht mehr.

Nach und nach sterben sie. Bekannte und weniger bekannte. Gute und, äh, lassen wir das.
Welche dieser Zeitschriften es in diesem Jahr erwischt hat, wollen wir hier dokumentieren. Der Friedhof der Schmuddelblätter sozusagen.

Letzte Ausgabe: 09.03.07 Letzte Ausgabe: 09.03.07

Letzte Ausgabe: 15.03.07 Letzte Ausgabe: 22.03.07

Letzte Ausgabe: 13.04.07 Letzte Ausgabe: 14.04.07

Letzte Ausgabe: 20.04.07 Letzte Ausgabe: 11.05.07

Letzte Ausgabe: 18.05.07 Letzte Ausgabe: 25.05.07

Letzte Ausgabe: 06.06.07 Letzte Ausgabe: 08.06.07


Letzte Ausgabe: 06.07.07 Letzte Ausgabe: 08.08.07

Letzte Ausgabe: 28.09.07
Welche Zeitschriften sonst so das Jahr 2007 nicht überlebt haben – retromedia.de.
Kleber klebt am heute-journal
Das spannendste an der Absage von Claus Kleber, Chef vom SPIEGEL zu werden, ist die Begründung:
Wir stehen mit dem ‘heute-journal’, mit unseren Nachrichtensendungen im ZDF an der Schwelle des digitalen Zeitalters. In einem Jahr senden wir mit neuester Technik aus dem modernsten News-Studio Europas. Die Informationsgesellschaft wird sich verändern, ein ungeheuer spannender Prozess. Den will ich zusammen mit meinem Team gestalten.
Heißt doch eigentlich: Print ist tot, oder?
Vom heute journal zum SPIEGEL
Soso. Claus Kleber soll also den SPIEGEL als Chefredakteur übernehmen. Melden FAZ und kress. Und Thomas Knüwer hat eigentlich schon alles geschrieben, was mir dazu einfällt. Was mich in dem Zusammenhang interessiert: Wie kommt Kleber zu der Selbsteinschätzung, das zu können? Spannend.
Updade 12. Dezember: Nun hat er doch abgesagt. Nachdem man beim ZDF schon angekündigt hatte, um Kleber kämpfen zu wollen, bleibt er nun auch in Mainz. Autsch, tönt es aus der Brandstwiete.
Richie RICH beim Amtsgericht
Ach je. Ich habe an RICH geglaubt. Das war ein Magazin, wie es selten welche gab. Und doch – nach nur drei Ausgaben hat Verleger Christian Geltenpoth es nicht vermocht, ein tragfähiges Finanzierungskonzept aufzustellen, wie werben & verkaufen gestern melden musste. Nach kolportierten Geschichten über Kündigungen und spät bezahlte Rechnungen habe man demnach nun den Insolvenz-Antrag gestellt.
Und das, wo es in den letzten Wochen doch immer wieder bemühte Erfolgsmeldungen gab. Burda freute sich, für RICH arbeiten zu dürfen, einen Ableger in Österreich sollte es geben. Gerade bei letzter Meldung merkte ich auf.
Es ist ja nun so, dass ein Magazin klassischerweise zwei bis fünf Jahre braucht, um den ersten Euro zu verdienen. Das muss so. Expansionspläne nach der zweiten Ausgabe machen mich immer misstrauisch.
Übrigens ist die dritte nach meiner empirischen Statistik regelmäßig die letzte Ausgabe erfolgloser Magazine. Das ist nämlich der Zeitpunkt, zu dem sich die Rechnungen für die Produktion der ersten beiden Hefte türmen, aber klar wird, dass die Einnahmen vielleicht nicht so üppig sprudeln wie erwartet.
Vanity Fair wird billiger
Natürlich nicht im Verkauf. Aber in der Produktion. Ab Januar erscheint das Heft nicht mehr in der bisherigen Klebe-Bindung, sondern mit der klassischen Drahtrückenstichheftung. Also geklammert, wie wir Profis sagen.
Das hat zwei Vorteile: Die Produktion wird etwas schneller, da kein Kleber trocknen muss. Das könnte der Aktualität des Magazins helfen. Vor allem wird Sie aber auch billiger. Immerhin ein bis zwei Cent pro Exemplar. Bei nur einem Cent und 200.000 gedruckten Exemplaren sind das im Jahr auch schlappe 100.000 Euro. Kann man machen.
